Schlundverstopfung – erkennen und handeln

Es passiert meistens während oder nach der Fütterung – der Futterbrei steckt in der Speiseröhre fest und nichts geht mehr: die Schlundverstopfung. Leider wird diese von den Pferdebesitzern oft nicht als solche erkannt und es kann zu einer lebensbedrohlichen Situation kommen.

Was passiert bei einer Schlundverstopfung?

Besonders gefährdet sind hastige Fresser, junge Pferde im Zahnwechsel oder alte Pferde die nicht mehr richtig kauen können. Pellets, Wiesencobs, nicht ausreichend eingeweichte Futtermittel,  aber auch Apfel- oder Karottenstückchen können dazu führen, dass das Futter dem Pferd sprichwörtlich im Halse stecken bleibt.

Wir kennen das: Aus Versehen ein Bonbon verschluckt oder das Essen nicht genügend zerkaut geschluckt und schon haben wir dieses unangenehme Gefühl im Hals. In den meisten Fällen geht der Vorgang aber, ohne dass ärztliche Hilfe benötigt wird, vorbei und der Fremdkörper rutscht weiter in Richtung Magen.

Beim Pferd sieht es leider anders aus – steckt Futter in der Speiseröhre fest, zieht sich der Muskel zusammen und nach ca. einer halben Stunde schwellen die Schleimhäute an, was noch weniger „Platz“ macht. Es geht nichts mehr.

Wie erkenne ich eine Schlundverstopfung?

Oft stellen viele Pferde auf einmal das Kauen ein und wirken wie erstarrt. Nach kurzem Verharren werden sie unruhig, senken den Kopf und versuchen durch husten und schnauben das fest sitzende Futter los zu werden. Die Halsmuskulatur spannt sich an und krampft, meist kann man auch eine Beule an der linken Halsseite erkennen.

Häufig legen sich betroffene Pferde im andauernden Stadium ab. Schaum sowie Futter und Wasser laufen aus Nüstern und Maul.

Was tun?

In vielen Fällen können sich Brocken von alleine wieder lösen – allerdings sollte bei jeder Verstopfung der Tierarzt informiert werden, löst es sich nämlich nicht, wird das Futter in die Lunge eingeatmet und eine Lungenentzündung droht.

Bemerkt man eine Schlundverstopfung, sollte man den Kopf des Pferdes bis zum eintreffen möglichst tief halten und den Schlund von außen massieren (Tierarzt fragen wie). So ist man manchmal in der Lage dem Pferd zu helfen den Brei abzuschlucken. Der Tierarzt spritzt zuerst ein krampflösendes Mittel – tut sich aber nichts, muss er das Pferd sedieren und mit der Nasensonde die Speiseröhre frei spülen.

Vorbeugung?

Wiesencobs oder Rübenschnitzel sollten ausreichend eingeweicht werden. Pellets empfehlen sich nicht für hastig fressende oder alte Pferde. Oft meint man es gut und schneidet den Pferden Äpfel und Möhren klein – doch je kleiner die Stücke, umso weniger kauen die Pferde. Regelmäßiges Kontrollieren der Zähne steht an erster Stelle.

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