Husten beim Pferd

Husten ist neben Lahmheiten die am häufigsten auftretende Krankheit bei Pferden. Gerade bei einem Wetterumschwung und kälter werdenden Temperaturen kann ein Husten schnell passieren – muss aber nicht immer dramatisch sein.

Eine harmlose Erkältung ist schnell wieder ausgestanden, wenn man als Besitzer gleich reagiert. Wer zu lange wartet, riskiert die Gefahr eines chronisch werdenden Hustens.

Es gibt verschiedene Auslöser für einen Husten beim Pferd. Ein harmloser Huster aufgrund einer staubigen Halle zum Beispiel ist noch kein Grund zur Sorge. Fängt das Pferd aber beim Heu fressen an zu husten, sollte man auf Hab Acht sein. Dahinter steckt oft eine Heustauballergie, sowie ein bereits chronischer Husten, der im schlimmsten Falle irgendwann zur Dämpfigkeit führen kann.

Häufig steckt ein Infekt hinter dem Husten. Unterschieden werden muss hier danach ob der Infekt in den oberen oder den unteren Atemwegen festsitzt. Die Medikation ist in diesen Fällen unterschiedlich, daher ist die Untersuchung durch einen Tierarzt unumgänglich!

Die häufigste Ursache sind Viren, die eine Bronchitis auslösen. Die Bronchien ziehen sich durch die Infektion zusammen und es bildet sich zähflüssiger Schleim. Durch eine Schwellung an den Atemwegsorganen bleibt dem Pferd sprichwörtlich auch schneller die Luft aus.

Eine Behandlung durch den Tierarzt, der schleimlösende und bronchienerweiternde Mittel verschreibt, ist unbedingt notwendig. Zusätzlich kann man sein Pferd noch mit einer speziellen Kräuterkur unterstützen – das sollte aber mit dem Tierarzt abgesprochen werden.

Bewegung während der Behandlung ist notwendig, damit der Auswurf des Schleimes unterstützt wird. Empfohlen wird eine gemäßigte Bewegung ohne große Anstrengung für das Pferd, es soll sich nicht verausgaben und nicht schwitzen. Da das Immunsystem bereits auf Hochtouren gegen den Infekt kämpft, darf es nicht noch zusätzlich belastet werden. Eine Schonphase von 4-6 Wochen (also auch noch, wenn das Pferd nicht mehr hustet) ist einzuhalten. Ein lockeres Longieren, spazieren gehen oder eine gemütliche Schritt-Runde sind gute Bewegungsmöglichkeiten.

Die Symptome einer akuten Erkältung sind:

  • Husten
  • Fieber
  • Atemnot
  • Geschwollene Lymphknoten im Kopf-/Halsbereich
  • Apathie
  • schlechtes Fressverhalten

Der chronische Husten

Ein unbehandelter oder spät behandelter Husten wird schnell zu einem chronischen Husten und somit zu einem großen Problem. Aber auch eine dauerhaft hohe Staubbelastung der Atemwege in nicht gut durchlüfteten Ställen, kann zu einem chronischen Husten führen.

Wird auch der chronische Husten nicht behandelt, führt dieser unweigerlich irgendwann zu COPD und/oder zu Dämpfigkeit. Bei einer chronisch obstruktiven Bronchitis (COB/COPD) wird die Reinigungsfunktion der Atemwege gestört, wodurch sich immer mehr Schleim in den Bronchien festsetzen kann und die Atemwege verengt werden. Eine kaum in den Griff zu kriegende Atemnot ist die Folge.

Aus der COPD kann sich ein Lungenemphysem (Dämpfigkeit) entwickeln. Die Lungenbläschen überdehnen sich und reißen ein – ist der größte Teil des Lungengewebes zerstört, spricht man von einer Dämpfigkeit. Ein zerstörtes Lungengewebe kann sich nicht wieder regenerieren, somit kann das Pferd auch nicht wieder gesund werden. Bei einer Dämpfigkeit gibt es nur noch die Möglichkeit der zeitlich begrenzten Symptomlinderung oder später der  Euthanasie.

Symptome des chronischen Husten:

  • Bauchatmung
  • schnelle Ermüdung und keinerlei Ausdauer
  • Atemnot
  • erhöhte Atemfrequenz bereits im Ruhezustand
  • kein oder kaum Auswurf von Schleim

Bei einem chronischen Husten ist die Fütterung und Haltung ein wichtiger Bestandteil der Behandlung. Alle Pferde mit einer chronisch obstruktivem Bronchitis reagieren oftmals allergisch und mit einer Verschlimmerung beispielsweise  auf Heustaub.

Solche Pferde stehen am besten in einem luftigen Offenstall mit einer Späne-Einstreu und gewässertem/bedampftem Heu oder Wiesencobs.

Um eine chronische Erkrankung zu verhindern, ist es also ratsam, den Tierarzt anzurufen, sobald das Pferd Symptome zeigt. Natürlich muss man jetzt nicht gleich in Panik verfallen, wenn das Pferd einen Huster von sich gibt. Sollte sich jedoch nach 1-2 Tagen Beobachtungszeit keine Verbesserung einstellen,  ist es ratsam  den Tierarzt einzubestellen.

Dem Husten vorbeugen

Einer Erkrankung kann man oft vorbeugen, indem man auf einige Dinge achtet:

  • Das Pferd sollte wenn es geschwitzt hat, niemals im Zug stehen oder bei kalten Temperaturen ohne eine Abschwitzdecke. Bevor man die Abschwitzdecke abnimmt, muss das Pferd komplett getrocknet sein.
  • Die Heuqualität sollte immer gut sein – das heißt, der Staubanteil muss so gering wie möglich sein und das Heu nicht von Schimmel und Pilzsporen durchsetzt sein. Hat man einen Ballen, der etwas staubiger ist, kann man das Heu für 15 Minuten wässern um den Staub zu binden.
  • Das Immunsystem des Pferdes durch entsprechende Zusatzfuttermittel fit halten.
  • Viel Bewegung und viel frische Luft.
  • Eine saubere Box und gute Einstreu. Ungemistete Boxen reizen die Atemwege und können auch einen Husten auslösen.
  • Alte Pferde unterstützt man auch gut, wenn man sie eindeckt. Benötigen sie zu viel Energie um sich warm zu halten und frieren dann, passiert eine Erkältung sehr schnell.

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