Schlaf ist auch bei unseren Pferden wichtig, damit sie gesund und fit bleiben.
Die Schlafphase eines Pferdes dauert selten länger als 20 Minuten am Stück, dafür schlafen sie in mehreren Etappen und kommen so auf ca. 7-9 Stunden dösen & schlafen täglich.
Mit einem mobilen Schlaflabor haben Dr. Anna-Caroline Wöhr von der Tierärztlichen Fakultät der Ludwig-Maximilians-Universität München und ihr Doktorand Kai-Uwe Güntner den Pferdeschlaf als erste Forscher überhaupt vermessen.


Wie schläft ein Pferd?

Das Pferd durchläuft ähnlich wie der Mensch verschiedene Schlafphasen: die Einschlafphase, der leichte Schlaf, die Tiefschlafphase und der REM-Schlaf (Rapid-Eye-Movement/Schnelle-Augen-Bewegungs-Phase). Fällt das Pferd in den leichten Schlaf, entspannen sich die Muskeln und die Herz- und Atemfrequenz wird herunter gefahren. Ein Pferd kann im Stand zwar in den Tiefschlaf fallen – die REM-Phase kann aber nur im Liegen erlangt werden, da die Körperspannung in dieser Schlafphase fast bei Null ist.

Anders als der Menschen werden beim Pferd die Schlafphasen immer wieder durch Wachphasen unterbrochen. Auch der Schlafzyklus an sich ist viel kürzer, die Tiefschlafphase des Pferdes dauert im Schnitt nicht länger als einige Minuten.

In der Nacht hat das Pferd durchschnittlich 3-4 Schlafzyklen, ingesamt rund 4 Stunden lang. Circa 80 % der Ruhezeiten verbringt ein Pferd im Stehen. Die sogenannte “Spannsägenkonstruktion” erlaubt ihnen das Schlafen im Stand. Indem sie die Kniescheibe auf Rollkamm des Oberschenkelbeins fixieren können und der starke Fersen-Sehnen-Strang an der Rückseite des Beines für Stabilität sorgt, können Pferde mit minimalem Kraftaufwand stehend schlafen. Hierbei ist meist ein Bein entlastet, das Standbein wird alle paar Minuten gewechselt.

Die Schlafbedingungen

Da Pferde Fluchttiere sind und vom Sicherheitsgedanken beherrscht werden, schlafen sie in diesen kurzen Etappen – in den Schlafphasen sind sie am gefährdetsten für Raubtierangriffe. Zum Schlafen fühlen sie sich am wohlsten in einer “Herde” um abwechselnd Wache zu halten. Auch in der Boxenhaltung ist dieses Verhalten noch ausgeprägt, daher ist es nicht ratsam Pferde zu isolieren oder einzeln zu halten.

Außerdem muss das Pferd sich in seiner Umgebung wohl fühlen, damit es sich ablegt. Bei einem Stallwechsel kann es also durchaus vorkommen, dass Pferde einige Tage lang nicht richtig schlafen. Sind sie an die neue Umgebung gewöhnt, werden sie auch das wieder tun.

Eine Box, die groß genug ist für erholsamen Schlaf. ist ebenso wichtig wie trockene Einstreu.

Was Pferden den Schlaf raubt

Wie wir nun wissen, benötigen Pferde für den erholsamen Schlaf eine gewisse Sicherheit. Es ist wichtig, ein Umfeld zu schaffen, indem das Pferd sich wohl fühlt. Hierzu gehören feste Boxennachbarn, die sich auch mögen, sowie eine Box die groß genug ist, damit das Pferd sich ausstrecken kann und frische, trockene Einstreu. Außerdem sollte über Nacht das Licht aus sein und nicht dauerhaft brennen.

Schläft das Pferd zu wenig

Zu wenig Schlaf kann sich drastisch auf das Wohlbefinden des Pferdes auswirken. Mögliche Symptome hierfür können sein:

  • Abgeschlagenheit
  • stumpfes Fell
  • Leistungsabfall
  • Immunschwäche
  • Gleichgewichtsstörungen
  • verminderte Aufmerksamkeit

Fazit: Unsere domestizierten Hauspferde besitzen immer noch das selbe Schlafverhalten wie die wilden Artgenossen. Daher ist es besonders wichtig, ein passendes Umfeld für unsere Pferde zu schaffen.

Quellen: Polysomnographische Untersuchung zum Schlafverhalten des Pferdes
Equisense.com/Schlaf des Pferdes, Pferdundreiter.one/Auch Pferde haben Schlafprobleme

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